Studie Kosten Wohnungsumzüge: Goldgrube für Unternehmen, Abzock-Falle für Kunden droht / myimmo.de fragte verdeckt 1.400 Umzugsfirmen nach Preisen in Deutschland

Etwa 3,5 Mio. Deutsche ziehen jährlich um / Preisunterschiede von bis zu 545 Euro für den gleichen Umzug

Die wichtigste Erkenntnis der Wohnungsumzugs-Studie des Immobilienportals myimmo.de: Viele Umzugsfirmen lassen ihre Kunden über das Zustandekommen ihrer Preise völlig im Unklaren. Abzock-Fallen sind dadurch nicht selten. Ein sechsköpfiges Rechercheteam befragte über mehrere Monate mit einheitlichen Abfrage-Schemata 1.400 Umzugsunternehmen in ganz Deutschland. Auffällig: Gerade einmal 705 Firmen reagierten überhaupt auf die Anfragen, die anderen 50 Prozent drucksten herum. Nur 304 waren bereit, genaue Preisauskünfte zu erteilen. Die anderen Speditionsfirmen bestanden auf einen Vor-Ort-Besuch und wollten vorab keine Preisauskünfte geben. Dabei haben Unternehmen grundsätzlich ein grobes Preisraster für Umzüge – gerade bei Privathaushalten. Denn letztlich sind Umzüge aus einer 60- oder 80-Quadratmeter-Wohnung doch immer recht ähnlich.

Die gängige Praxis – das Herumdrucksen bei der Preisauskunft – verwundert sehr. Oftmals erfragten die Unternehmen nicht einmal die Menge des Umzugsgutes: Von 705 Dienstleistern aus der Stichprobe erbat nur 1 Prozent eine ausgefüllte Umzugsgutliste, die restlichen Unternehmen verzichteten auf diese Auskunft. Bei 66 Prozent der Speditionsunternehmen wurde eine Vorabbesichtigung in der Wohnung als obligatorische Notwendigkeit angesehen.

Preise in den Städten

Das Ergebnis: Im Städtevergleich von myimmo.de, bei der 705 Umzugsfirmen zur Auskunft bereit waren, ist Mainz mit durchschnittlich 1.418 Euro das teuerste Pflaster zum Umziehen, dicht gefolgt von Tübingen (1.373 Euro), Koblenz (1.333 Euro), Kempten (1.240 Euro) und Neuss (1.238 Euro). Hingegen ist Hof mit in der Studie ermittelten durchschnittlich 300 Euro erstaunlich billig. Recht günstige Städte sind Leipzig (588 Euro), Salzgitter, Gelsenkirchen (beide 600 Euro).

Im Vergleich der Bundesländer ergibt sich ein durchschnittlicher Preis von 859 Euro für den abgefragten Transport, ohne die Leistungen „Abbauen“ und „Einpacken“. In der Stichprobe am teuersten ist der Umzug in Rheinland-Pfalz (1.236 Euro) und Baden-Württemberg (993 Euro), am günstigsten in Sachsen (691 Euro) und Sachsen-Anhalt (720 Euro). „Es gibt viele seriöse Umzugsdienstleister, darunter sowohl teure als auch günstige. Das heißt, der Preis alleine ist nicht Richtschnur zur Servicequalität. Doch: Je günstiger, desto genauer sollte man die Angebote prüfen“, rät myimmo.de-Portalmanagerin Kathrin Vetter.

Mangelnde Kommunikation mit dem Verbraucher

Wie die Studienmacher feststellten, war die Kommunikation via Mail oft unproduktiv und zeitraubend. Durch das „nicht-reagieren“ auf Anfragen entgehen den Firmen Geschäfte. Besonders kundenunfreundlich in punkto Kommunikation waren Unternehmen in folgenden Städten: In München antworteten sage und schreibe nur 5 von 46 angefragten Firmen, in Hamm eine von 27, in Bonn 7 von 25 Firmen, in Köln 9 von 51, in Hamburg 4 von 30 Dienstleistern, in Mannheim eine von 22, in Leipzig 4 von 31, in Magdeburg 4 von 19 Firmen. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus!

Nur wenige Dienstleister listeten die Kostenfaktoren in ihren Angeboten genau auf. Das heißt, der Stundenlohn des Personals, die Arbeitszeit sowie die Mietgebühr für den Transporter waren nicht immer ersichtlich. Selbst wenn ein Kunde vor dem Umzug einen Kostenvergleich verschiedener Firmen macht, ist er vor überhöhten Preisen nicht sicher. Als Umzügler kann man keine Kriterien abhaken, die die Kosten des Umzugs sicher eingrenzen und nicht ausufern lassen. Die jeweilige Speditionsfirma hätte leichtes Spiel, Leistungen hoch abzurechnen und den Kunden über den Tisch zu ziehen.

Die miesesten Tricks – Worauf Sie achten sollten

Auch wenn es viele seriöse und zuverlässige Umzugsfirmen gibt, so tummeln sich in der Branche doch auch zahlreiche schwarze Schafe. Umzüge können schnell zur Abzock-Falle werden: Unseriöse Möbelspediteure werben oftmals mit Dumpingpreisen, wonach ein LKW, vier Arbeitskräfte und vier Stunden Möbel tragen lediglich 200 Euro kosten sollen. Vor allem in Wurfsendungen werben dubiose Anbieter mit solchen Lockangeboten per Kleinanzeige.

1. Was viele Deutsche nicht wissen: Die Umzugshelfer trödeln teilweise vorsätzlich herum, um länger als die vier vereinbarten Stunden mit dem Tragen von Kühlschrank, Büchern und Bett zu verbringen. Ab der 4. Stunde werden dann horrende Aufschläge fällig. So wird aus 200 Euro schnell über 1.000 Euro. Besonders dreist: Wer da nicht „ja“ sagt, dem drohen die Helfer, den LKW beladen kostenpflichtig vor der Wohnung stehen zu lassen. Das heißt: Der Verbraucher müsste auf eigene Kosten schauen, wie er den LKW wieder entlädt.

2. Die Umzugsfirma sollte Adresse und Telefonnummer angegeben haben. Wenn in der Anzeige nur eine Handynummer steht, wird im Falle einer Reklamation niemand zu erreichen sein. Finger weg!

3. Zusätzliche Sonderversicherungen für die Möbel sind größtenteils unnötig – und werden völlig überteuert von einigen Firmen empfohlen. Hier sollten Umziehende darauf achten, sich nichts aufschwatzen zu lassen. Jedoch empfiehlt es sich bei Haushalten mit sehr wertvollen Gütern, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Gesetzlich beträgt die Haftung 620 Euro pro Kubikmeter Umzugsgut. Das kann im schlimmsten Fall den Wert von beschädigten Gegenständen nicht abdecken. Umzugsunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, sich selbst und Ihr Umzugsgut zu versichern.

Einen Preisvergleich für Ihren Umzug finden Sie hier

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